Lernen 4.0 für Geflüchtete an der BBS1 in Uelzen

E-Learning Beratungsprojekt des Beratungsteams von Prof. Launer

Die Berufsbildende Schule 1 in Uelzen möchte im Schulunterricht mehr Blended Learning integrieren. In einem Beratungsprojekt zum Thema E-Learning ließ OStD Stefan Nowatschin das Beratungsteam von Prof. Dr. Markus Launer vom Institut für Dienstleistungen alle interessierten Lehrer/innen im Winter 2017/18 hausintern schulen. „Die Kombination von Präsenzlehre und elektronisches Lernen ist der nächste Schritt in der Digitalisierung des Schulunterrichts“, so Nowatschin. Die größten Vorteile liegen in der größtmöglichen Flexibilität in zeitlicher und räumlicher Hinsicht und der Interaktivität.

Der erste voll-elektronische Unterricht wird an der BBS1 nun zur Integration von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund erprobt. Prof. Launer fördert mit einer Spende den Integrationsunterricht mit einer der modernsten E-Learning Plattformen von LinguaTV (www.LinguaTV.de). Gesponsert wird das Projekt von der Niedersächsischen Lotto Sport Stiftung, die Launer bei der Integration von Geflüchteten und Migranten unterstützt (www.InterkulturelleIntegration.de).

45-minütiger Unterricht ist hier schon Geschichte. Nach dem neuesten Stand der Forschung und Praxis werden in kurzen Videos von bis zu 15 Minuten lernen Schüler/innen optimal. Zu den Lernvideos gibt es elektronisch gestützte Fragen und didaktisch aufgebaute Übungsaufgaben. Diese Übungen machen Spaß. Anders als beim üblichen Lernen zuhause, werden hier Elemente des Gamification integriert, dem spielenden Lernen. Die Lehrer/innen können dabei den individuellen Erfolg jedes einzelnen Schülers mitverfolgen. In diesen sog. individuellen Lernpfaden können Schüler/innen individuell je nach ihren Fähigkeiten unterstützt werden. Oberstudienrat Frank Nierath von der BBS1 unterstützt diesen Trend und sieht hier für Uelzen noch mehr Möglichkeiten. Nierath bietet bspw. über das die Weiterbildungsplattform www.InterkulturelleIntegration.de Kunst- und Kultur-orientierten Unterricht zu den Themen deutsche Dichter, Denke, Musiker und Künstler an.

Durch Dipl.-Physiker Dirk Schneider  werden die MINT-Fächer ergänzt. Schneider lehrt online u.a. Mathematik und bietet sogar ein komplettes Mathe-Tutorium an. Viele Schüler lernen schon heute über YouTube und andere Social Media. Mathematik – Nachhilfevideos verzeichnen z. B. schon heute viele Millionen Zuschauer.

„Der Erfolg liegt jedoch im Blended E-Learning, der gezielten Kombination aus Präsenzunterricht und elektronisch gestütztem Lernen“, sagt Launer, der in Suderburg im Bereich E-Learning und Dienstleistung 4.0 forscht. Dabei geht es nicht nur um das Anschauen von Videos. „Insbesondere elektronisch gestützte Übungsaufgaben bis hin zum Gamification, dem spielenden Lernen, auf ausgeklügelter, didaktischer Basis sind die Zukunft“ fügt Launer hinzu. In Suderburg läuft erfolgreich der Onlinestudiengang BWL berufsbegleitend mit über 300 Studierenden, davon ca. 150 von der Volkswagen AG. Zudem wird in Sachen Digitalisierung bspw. in den EFRE-Forschungsprojekten Digitales Vertrauen und digitales Teamwork sowie der Digitalisierung von Verkaufsräumen geforscht.

Joachim Delekat, Mitglied des Stadtrates der Hansestadt Uelzen und Leiter des regionalen Forschungsbeirates, wünscht sich mehr E-Learning für Uelzen. „Gerade in strukturschwachen Gebieten ist das Lernen über Glasfaser unabdingbar“, so Delekat. Über die Schülerbildung hinaus bietet E-Learning große Chancen für Berufstätige. Inzwischen nutzt bereits heute jeder dritte E-Learning für seine berufliche Weiterbildung. Diesen Trend greift Frau Dr. Anne-Kathrin Auer, Personalleiterin bei der Werkhaus GmbH und Mitglied in dem Beraterteam auf. Durch die Verlegung von schnellem Internet im Landkreis Uelzen wird  das E-Learning in Personalentwicklung integriert werden. Viele Standardschulungen könnten dabei sogar voll-elektronisch erfolgen.

Launer sieht diesen Trend auch bei Dienstleistungen 4.0. Für ihn steht die Vernetzung von Mensch und Maschine im Fokus. Während für ihn E-Learning noch Lernen 2.0 über das Internet darstellt, gehen die individuellen Lernpfade schon in Richtung Mensch-Maschine Interaktion 4.0. Jeder Lernende wird dabei je nach seinen Fähigkeiten gefördert oder aber seine Schwächen mit speziellen Nachhilfeübungen eliminiert. Doch bei Dienstleistung 4.0 geht es noch um mehr. Sensoren am, um und bald auch im Menschen werden schon bald Signale an Smart Services senden, um den Menschen intelligent zu unterstützen. Gerade der Bereich E-Health ist für das strukturschwache Gebiet um Uelzen von großer Bedeutung. Da immer weniger Ärzte in ländlichen Gebieten praktizieren, werden Patienten zukünftig per Datenfernübertragung analysiert und behandelt.

Im Foto von links nach rechts:   Dipl.-Verwaltungsw. Joachim Delekat, Dr. Anne-Kathrin Auer, OStR Frank Nierath, Prof. Markus A. Launer und Dipl.-Physiker  Dirk Schneider

Prof. Dr. Markus Launer
Launer@InstitutFuerDienstleistungen.com