E-Learning an berufsbildenden Schulen

Ausgangssituationund Problemstellung

Während die Hochschulen und Universitäten in Deutschland mit großen Budgets stark in elektronische Lehrmethoden, Online- und Blended Learning investieren, scheinen an deutschen Berufsschulen dafür die Mittel zu fehlen. Im Gegenteil, die Budgets werden gekürzt, der Lehrermangel besteht weiterhin und die Ausfallzeiten sind bedenklich hoch. Es könnte vermutet werden, schon in wenigen Jahren ist eine Ausbildung an deutschen Berufsschulen gänzlich unattraktiv. Der Zulauf in die Bachelorstudiengänge der Hochschulen könnte sich weiter verstärken und das Erfolgsmodel duale Berufsausbildung könnte degenerieren. Aus diesem Anlass beauftragte Schulleiter Stefan Nowatschin an der BBS1 in Uelzen Prof. Launer von der Ostfalia Hochschule in und sein Team die Situation zu analysieren, Maßnahmenvorschläge zu generieren und an der BBS1 mit den Lehrern in Schulinternen Lehrerfortbildungen zu diskutieren.

Die technische Durchdringung des sozialen und kulturellen Lebens zieht eine Verbindung von realer und virtueller Welt mit sich. Der Begriff E-Learning wird vielen Menschen zunehmend präsenter. Ohne einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien kann sich heutzutage fast kein Berufsschüler mehr seinen Alltag vorstellen. Von wenigen Implementierungen kann in der aktuellen Literatur bereits gelesen werden. Auf der einen Seite wird E-Learning empfohlen und als Erweiterung von Handlungsoptionen gesehen, auf der anderen Seite kritisiert und als Einschränkung durch ein Übermaß an Steuerung angesehen. Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich eine erste Forschungsfrage. Besitzen die deutschen BBS aktuell ein modernes und flächendeckendes E-Learning. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde eine deutschlandweite empirische Studie durchgeführt (mit Ausnahme von Bayern, Hessen und Baden-Württemberg). Hierfür wurde ein entsprechender Fragebogen ausgearbeitet. Eine Befragung an Berufsbildenden Schulen bedarf jedoch jeweils einer Genehmigung der zuständigen Landesschulbehörde oder der Kultusministerien, sobald der zu befragende Kreis eine einzelne Verwaltung überschreitet. Hierfür mussten entsprechende Anträge für jede einzelne Behörde angefertigt und an die individuellen Anforderungen angepasst werden. Da in diesem Fall im Namen der Ostfalia Hochschule mit verschiedensten Ministerien verkehrt wird, bestand höchste Priorität bei der korrekten Erstellung der Anträge. Dieser Prozess verursachte einen unverhältnismäßig hohen administrativen und zeitlichen Aufwand.